Für eine gewaltfreie Gesundheitsversorgung

Bundesweite AGAPLESION-Initiative „AGA GEGEN GEWALT – HINSCHAUEN UND HANDELN“ macht sich stark für ein respektvolles Miteinander – und stellt sich mit einem Schutzkonzept gegen Distanzüberschreitungen und Übergriffe jeglicher Art

Gewalt oder distanzloses Verhalten darf in Krankenhäusern, Hospizen oder Altenpflegeeinrichtungen keinen Platz haben. Das ist die Kernbotschaft einer bundesweiten Initiative im Verbund von AGAPLESION, dem auch das Leipziger Diakonissenkrankenhaus, das Leipziger Diakonie Hospiz sowie die „Wohnen und Pflegen“-Einrichtungen AGAPLESION AM DIAKONISSENHAUS LEIPZIG und AGAPLESION BETHANIEN LEIPZIG angehören. In diesem Rahmen ist soeben auch ein Schutzkonzept in Kraft getreten, das konkret ausformuliert, wie eine möglichst gewaltfreie Gesundheitsversorgung in der Praxis gelingen kann – und wie Verstöße sanktioniert werden.  

Die Kampagne der AGAPLESION steht unter der Überschrift „AGA GEGEN GEWALT – HINSCHAUEN UND HANDELN“ und fokussiert auf ein lange bestehendes Dunkelfeld insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Jahrzehntelange Erfahrungen zeigen flächendeckend, dass Übergriffe in verschiedensten Konstellationen und Ausprägungen zwar nicht die Regel sind, aber doch zum traurigen Alltag in den Einrichtungen gehören. Die Gewalt kann hierbei vom Personal ausgehen und etwa Patientinnen und Patienten treffen – oder genau andersherum. Auch übergriffiges Verhalten unter Mitarbeitenden zählt gleichfalls dazu. Dabei reicht das Spektrum von physischer über psychische Gewalt bis hin zu verbaler und sexualisierter Gewalt.

Im Bild v. l. n. r.: LDH-Geschäftsführer Sebastian Saupe, Hospizleiterin Silvia Beckert und Pflegedienstleiterin Kathleen Ritschek. Foto: Astrid Manig


Schutzkonzept mit drei tragenden Säulen

Wie sich ein gewaltfreier Umgang praktisch erreichen lässt – durch institutionelle Regeln ebenso wie durch persönliches Handeln – damit beschäftigt sich das neue Schutzkonzept in seinem Kern. Eine tragende Säule hierbei ist die Prävention. So wurde im Rahmen der Initiative eine gleichnamige Pflichtfortbildung aufgelegt, die von allen Mitarbeitenden ab sofort regelmäßig und verbindlich absolviert werden muss. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Regeln zum interkollegialen Umgang (z. B. „Nähe-Distanz-Konzept“) sowie zum Umgang mit Menschen, die in unseren Einrichtungen betreut und versorgt werden (z. B. „Schutzkonzept für vulnerable Patientengruppen“). Dazu gehört auch ein professionelles Deeskalationsmanagement mit gezielten Ausbildungs- und Trainingsangeboten.

Eine weitere Säule ist die Intervention, um akute Gewalt unmittelbar zu beenden, derartige Ereignisse aufzuarbeiten und Gewaltkreisläufe zu unterbrechen. Im Rahmen der Initiative „AGA gegen Gewalt“ wurden geeignete „Erste Hilfe“-Maßnahmen und spezifische Beratungs- und Unterstützungsangebote gebündelt, um geschädigten Personen einen möglichst schnellen Zugang zu psychosozialer Hilfe sowie zu weiterer Betreuung zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurden in allen Einrichtungen auch interne Anlaufstellen eingerichtet.

Last but not least stellt auch die Aufarbeitung eine wichtige Säule dar. Hierbei geht es vor allem um die Unterstützung von Betroffenen, aber auch um die Rehabilitation von zu Unrecht verdächtigten Personen – und im Einzelfall auch um die Reintegration von Menschen, die zu Tätern geworden sind. Neben Supervisionsangeboten kann hierbei auch das einrichtungsübergreifend tätige Konfliktschlichterteam mit einbezogen werden.

„Auch wenn sich Gewalt sicher nicht gänzlich verhindern lässt, so können wir in unseren Einrichtungen dennoch viel dafür tun, sie zu begrenzen, indem wir aktiv hinschauen, Fehlverhalten erkennen und auch ahnden“, sagt Maria Beyer, die als Theologische Geschäftsführerin des Leipziger Diakonissenkrankenhauses an der Ausarbeitung des mitteldeutschen Schutzkonzeptes im Rahmen von „AGA gegen Gewalt“ beteiligt war. „Alle Menschen bei AGAPLESION können dazu beitragen, dass Gewalt in unseren Reihen nicht geduldet wird und inakzeptabel ist. Unser Ziel ist es, durch präventive Maßnahmen und gezielte Interventionen die Häufigkeit von Gewaltvorfällen zu reduzieren und ein Klima zu schaffen, in dem man sich wohl und sicher fühlt.“

Weitere Informationen:
www.agaplesion.de/gesundheitskonzern/aga-gegen-gewalt

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